
Ausschnitt aus der neuen Fassade
Das Labor-und Bürogebäde an der Schwarzenburgstrasse 165 wird vom Bundesamt für Gesundheit als Hauptsitz genutzt. Die Fenster der Fassaden Süd-West und Süd-Ost sind als Pfosten-Riegel-Konstruktionen ausgeführt. Die Büroräumlichkeiten werden über eingesetzte Kippfenster mit Öffnungsweite 150mm natürlich belüftet.
In der Nutzung ist vermehrt der Wunsch aufgetreten, die Räume effektiver zu belüften. Die Untersuchungen im Vorprojekt haben gezeigt, dass zwei untereinander angeordnete Kippfenster mit Öffnungsweiten von 400mm diese Anforderung erfüllen und eine wirksame Stosslüftung ermöglichen. Um das Raumklima im Sommer zusätzlich zu verbessern, wird die Nachtauskühlung auf Wunsch des Auftraggebers automatisiert.
Im Rahmen der Sanierung werden an den vorhandenen Kippfenstern neue Fensterantriebe für Öffnungsweiten von 400mm nachgerüstet. Teile der bestehenden Festverglasungen werden durch Kippfenstern ersetzt. Pro Fassadenseite und Stockwerk werden zwei Temperaturfühler installiert, welche die spezifischen Raumtemperaturen messen. Diese Messdaten werden im Haus-Leitsystem mit der Aussentemperatur verglichen und ausgewertet. Werden vorgegebene Schwellenwerte überschritten öffnen sich die Kippfenster in der Nacht automatisch und kühlen das Gebäude aus. Der Einsatz von Klimageräten kann so signifikant reduziert werden.
Das Projekt zeigt deutlich den Vorteil der gesamtheitlichen Betrachtung von Fassade und Haustechnik. Eine nachträglich eingebaute, automatische Nachtauskühlung kann wirtschaftlich realisiert und somit die Betriebskosten gesenkt werden. Die Kippfenster mit den relativ grossen Öffnungsweiten ermöglichen eine energiesparende, effektive Stosslüftung ohne Komforteinbussen.