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Kunststoffabfälle beschreiten in der Schweiz heute im Wesentlichen drei Verwertungswege: Rund zehn Prozent werden stofflich rezykliert. Die Abfälle werden dabei zu Kunststoffgranulaten aufbereitet und gelangen als Rohstoffe für neue Kunststoffe auf den Markt. Weitere sechs Prozent der Kunststoffabfälle werden als Ersatzbrennstoffe in der Zementindustrie eingesetzt und ersetzen fossile Brennstoffe wie Kohle und Heizöl. 84% der Kunststoffabfälle werden in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt. Die heissen Verbrennungsabgase werden zur Produktion von Strom und Fernwärme genutzt; die entstehenden Reststoffe werden deponiert.
Ein Grossteil der Kunststoffabfälle fliesst also in den Kehricht – und dies, obwohl in der stofflichen und energetischen Verwertung noch ein grosses Potential liegen könnte. In der Revision der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) wird neu besonderes Gewicht auf eine möglichst effiziente Rohstoffrückgewinnung gelegt. Abfälle sollen nicht mehr nur fachgerecht entsorgt werden sondern auch möglichst im Wertschöpfungskreislauf erhalten bleiben.
Um der Forderung nach einer vermehrten Kunststoffverwertung in der Schweiz nachzugehen, wurde im Frühling 2010 der Runde Tisch Kunststoffverwertung ins Leben gerufen. Vertreten sind neben Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden auch der Detailhandel sowie die Kunststoffverwertungsbranche in Form von Sortierern, Rezyklierern, Zementwerken und der Kehrichtverbrennung. Der Runde Tisch finanziert zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine mehrteilige Studie. Diese geht der Frage nach, ob sich heutzutage weitere Kunststofffraktionen aus ökologischen und ökonomischen Gründen für eine stoffliche oder energetische Verwertung eignen würden und wenn ja, wie dies konkret umsetzbar wäre.
Ernst Basler + Partner untersucht das Potential einer stofflichen oder energetischen Verwertung der einzelnen Kunststofffraktionen. Darauf basierend bildet sie drei Szenarien mit unterschiedlichen Verwertungsschwerpunkten und bewertet diese anschliessend ökonomisch und ökologisch. Anschliessend wird die Machbarkeit der Szenarien beurteilt sowie mögliche Finanzierungsmöglichkeiten geprüft.