Erhaltungsprojekt Tunnel Sachseln

project image

31.08.10 - Der Umfahrungstunnel Sachseln auf der Nationalstrasse N8 wird saniert. Ernst Basler + Partner zeigt die verkehrlichen Wirkungen auf das umliegende Strassennetz für verschiedene Sanierungsszenarien auf. Dabei wurden optimale Eckwerte in Form von Zeitfenstern für die baulichen Einschränkungen definiert sowie allfällige flankierende Massnahmen vorgeschlagen.

Der Tunnel Sachseln mit einer Länge von 5.2 km wurde im Jahr 1997 eröffnet. Er liegt auf der Nationalstrasse N8, welche eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen der Innerschweiz und dem Berner Oberland darstellt und entlastet als Umfahrung den Ort Sachseln vom Durchgangsverkehr.

Der Tunnel wird im Gegenverkehr mit einer signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h betrieben. Die Betriebs- und Sicherheitsanlagen entsprechen dabei nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards des ASTRA. Neben einer mangelhaften Tunnellüftung fehlen ausreichende Fluchtwege im Ereignisfall. Im Rahmen des Erhaltungsprojekts müssen diese Sicherheitsdefizite bereinigt werden. Die Sanierung des Tunnels soll 2015 abgeschlossen sein.

Für die Bearbeitung der verkehrlichen Fragestellungen erhielt Ernst Basler + Partner vom Bauherrn das Mandat Verkehrsspezialist. Die Aufgabenstellung verlangte für verschiedene bau- bzw. sanierungsrelevante Betriebszustände die verkehrlichen Auswirkungen aufzuzeigen.

Als Szenarien wurden untersucht:

  • Vollsperrung Tunnel
  • Teilsperrung Tunnel in Fahrtrichtung Interlaken
  • Teilsperrung Tunnel in Fahrtrichtung Luzern
  • Einspurbetrieb Tunnel, gesteuert durch eine Lichtsignalanlage (LSA)

Zur Bestimmung der verkehrlichen Auswirkungen wurde das Mengengerüst aufgrund von Verkehrszählungen und Verkehrsmodellprognosen festgelegt. Basierend auf den verkehrlichen Wirkungen können mögliche Zeitfenster für die Betriebszustände festgelegt werden, welche auf Überlegungen zur Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit der Ortsdurchfahrt Sachseln basieren. Die Szenarien zeigen, zu welchen Tageszeiten, Wochentagen und Monaten die verschiedenen Betriebszenarien aus verkehrlicher Sicht realisierbar sind. Zur Ausdehnung der Zeitfenster sowie der Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden erforderliche flankierende Massnahmen in der Ortsdurchfahrt erarbeitet und zugehörige Kosten abgeschätzt.

Das Resultat der Studie dient dem Bauherrn als Entscheidungsgrundlage zur Bestimmung des zeitlichen Ablaufs der Sanierungsarbeiten. Weiter kann die Verkehrsführung im Untersuchungsraum sowie die Umsetzung baulicher oder betrieblicher Massnahmen basierend auf dieser Studie umgesetzt werden.