
Die Rheinquerung: eine Schlüsselstelle für alle Varianten (Bild: Oliver V. Müller)
Die internationale Nord-Süd-Nationalstrassenverbindung N4-A81 weist zwischen Bietingen und Herblingen eine Lücke auf. Zudem erreicht die zweistreifige N4 in Schaffhausen bereits heute in den Spitzenstunden ihre Leistungsgrenze. Mit dem weiteren Anwachsen des Verkehrs wird sie zukünftig regelmässig überlastet sein. Es ist deshalb mit stockendem Verkehr bis Stau auf der Stadttangente und dem untergeordneten Strassennetz zu rechnen. Insbesondere wegen der vielen Tunnelabschnitte der N4 (Fäsenstaubtunnel, Cholfirsttunnel) ist dies problematisch. Der grösste Teil des Verkehrs ist "hausgemacht". Nur rund ¼ des Verkehrs im Fäsenstaubtunnel hat weder Ursprung noch Ziel im Kanton Schaffhausen.
In einer Gemeinschaft mit weiteren Firmen hat Ernst Basler+Partner in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Ämtern, dem Bund wie auch den zuständigen Stellen in Deutschland eine Zweckmässigkeitsbeurteilung gemacht. Es wurde eine Vielzahl grenzüberschreitender Varianten entwickelt und geprüft. Der Variantenfächer war dabei sehr weit gefasst . Geprüft wurden unter anderem Varianten, welche die Region grossräumig umfahren (bis hin zur Hemishoferbrücke), Ausbauten der bestehenden Strassen, Varianten, welche nur Teilbereiche eng oder weit umfahren oder Lösungen mit einem Kreisverkehr-Regime. Grosse Anstrengungen wurden auch unternommen, um alternative öV-Ausbauten zu entwickeln. Diese waren jedoch nicht zielführend.
Die vielversprechendsten Varianten wurden auf ihre technische und umweltrechtliche Machbarkeit geprüft und die mutmasslichen Investitionskosten ermittelt. Anschliessend wurden sie einer vertieften Beurteilung nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit unterzogen, mittels NISTRA und Nutzwertanalyse.
Grosses Gewicht wurde auf der Suche nach Etappierungsmöglichkeiten sowie auf die Analyse der Auswirkungen der Varianten auf das national geschützte Flachmoor im Herblingertal gelegt. Die zuletzt genannte Frage hat eine externe Firma geprüft, eng begleitet von Ernst Basler+Partner.
Parallel zur Zweckmässigkeitsbeurteilung wurde zudem auf deutscher Seite über den gleichen Bereich und mit dem gleichen Ziel eine Machbarkeitsstudie mit naturschutzfachlichem Beitrag durchgeführt, welche Ernst Basler+Partner begleiteten konnte.
Die Bestlösung mit einem etappenweisen Ausbau der heutigen A4 auf vier Fahrstreifen sowie der Verlegung der zukünftigen Autobahn im Bereich des Flachmoors in einen Tunnel liegt nun mit dem Antrag zur Ausarbeitung der entsprechenden Generellen Projekte beim Bund. Noch vor der Bearbeitung des Generellen Projektes der Stadtdurchfahrt ist der Bereich des Anschlusses Schaffhausen Süd inklusive allfälligem Rheinufertunnel detaillierter zu untersuchen.