Ist Ihre Wasserversorgung resilient? Ein Stresstest zeigt es

Ist Ihre Wasserversorgung resilient? Verkraftet sie ein heftiges Ereignis? Ist sie für zukünftige Entwicklungen bezüglich Bevölkerung, Wirtschaft, Klimawandel und Digitalisierung ausreichend gewappnet? Was müssen Sie heute tun, damit Sie diese Fragen auch in 20 Jahren noch mit «Ja» beantworten können?
Im Rahmen eines Innovationsprojektes ging ein interdisziplinäres EBP-Team diesen Überlegungen nach, damit die Wasserversorgungen in der Schweiz – auch in Zukunft – resilient bleiben.

Das Projektteam bestand aus Wasserversorgungs-, Risiko- und Digitalspezialisten von EBP. Mit Einbezug von vier Wasserversorgern haben sie einen «Stresstest für Wasserversorgungen» entwickelt. Dieser soll den Verantwortlichen die Handlungsbedarfe und mögliche Massnahmen aufzeigen, um Wasserversorgungen für aktuelle und künftige Herausforderungen zu wappnen.

Der Alleskönner Wasserversorgung

«Als kritische Infrastruktur muss eine Wasser­ver­sorgung auf verschiedenste Ereignisse vor­bereitet sein»

«Als kritische Infrastruktur muss eine Wasserversorgung auf verschiedenste Ereignisse vorbereitet sein», erläutert Selina Derksen, EBP-Sicherheitsexpertin mit dem Spezialgebiet Wasser. «Diese Aufgabe wird jedoch immer komplexer, denn die Herausforderungen, mit denen die regionalen Wasserversorgungen heute konfrontiert sind, nehmen zu und werden immer diverser: Pestizide gelangen ins Trinkwasser, die Infrastruktur ist teilweise überaltert, der Klimawandel sorgt für häufigere Trockenperioden und Starkniederschläge, Cyber-Risiken nehmen zu, neues Personal ist schwer zu finden und Wassertarife sind zum Teil nicht mehr kostendeckend.» Hinzu komme ein Dschungel von Standards, Regelwerken und Wegleitungen, der es den Betreibern dieser kritischen Infrastrukturen nicht immer einfach macht.

Die Mitarbeitenden der Wasserversorgungen sind mit der täglichen Arbeit im Betrieb, dem Unterhalt und der Administration ausgelastet- und zeitweise überlastet. Es steht wenig Zeit zur Verfügung, um einen Schritt zurück zu machen und den Zustand der Wasserversorgung zu reflektieren. Genau das sei aber nötig, um Gefahren zu erkennen, entsprechende Vorkehrungen zu planen und Massnahmen umzusetzen, so Selina Derksen. «Und genau hier wollen wir ansetzen und die Verantwortlichen unterstützen.»

Stresstest Wasserversorgung

Warum einen Stresstest für Wasserversorgungen?

Zusammen mit vier Wasserversorgern haben die EBP-Experten ermittelt, mit welchen Dienstleistungen die Verantwortlichen am besten unterstützt werden könnten. So entwickelten sie einen Stresstest, der den Wasserversorgern am Ende folgendes in die Hand gibt:

  1. Ist-Zustand und kritische Punkte
    Die Entscheidungsträger erhalten eine Übersicht über die Robustheit bzw. die heutigen und künftigen kritischen Punkte ihrer Wasserversorgung. So können sie diese in ihre strategischen Entscheidungen einfliessen lassen.
  2. Standards und Anforderungen
    Die Wasserversorgung erfährt dank des Stresstests, welche der wesentlichen Anforderungen aus den Standards, Regelwerken und Wegleitungen sie bereits ausreichend erfüllt und wo noch Handlungsbedarf besteht.
  3. Relevante Trends und Auswirkungen
    Im Rahmend des Stresstests wird erarbeitet, welche zukünftigen Trends zu beachten sind und welche Auswirkung diese auf den Betrieb der Wasserversorgung haben können. So können sie in der Planung berücksichtigt werden.
  4. Massnahmenplan
    Die Verantwortlichen erhalten einen Massnahmenplan mit kostengünstigen Sofortmassnahmen sowie mittel- und langfristigen Massnahmen, mit denen sie die Robustheit der Wasserversorgung verbessern oder erhalten können.

«Der Klima­wandel wird die Wasser­ver­sorgungen in Zukunft noch stärker fordern»

Enge Einbindung der Wasserversorger

«Wir möchten die Wasserversorger möglichst zielgerichtet unterstützen», beschreibt Martin Rauber, Spezialist für Trinkwasser, den Ansatz des EBP-Teams. «Deshalb basiert unser Stresstest auf einem strukturierten Interview mit den Experten der Wasserversorgung. Sie kennen ihren Betrieb schliesslich am besten. Wir helfen ihnen dabei, ihre Situation über die verschiedenen Aspekte hinweg zu analysieren, ohne dabei monatelange Studien zu erstellen. Es geht, darum möglichst schnell konkret zu werden und effiziente Massnahmen zu identifizieren», so Martin Rauber über das pragmatische Vorgehen.

Der Stresstest umfasst fünf Schritte. Das zentrale Element ist der Massnahmenplan, der den Weg zur robusten Wasserversorgung aufzeigt:

Stresstest Wasserversorgung

  • Schritt 1: Ausfüllen Steckbrief durch die Wasserversorgung (wichtigste Kennzahlen)
  • Schritt 2: halbtägiges strukturiertes Interview durch EBP bei der Wasserversorgung
  • Schritt 3: Auswertung des Interviews durch EBP
  • Schritt 4: halbtägiger Workshop zu den Massnahmen basierend auf der Auswertung
  • Schritt 5: Fertigstellen des Massnahmenplanes durch EBP

Kontakt

Haben Sie das Interesse und den Mut, Ihre Trinkwasserversorgung einem Stresstest zu unterziehen? Melden Sie sich bei unserem Projektteam:

DER
Selina Derksen
selina.derksen@ebp.ch

MR
Martin Rauber
martin.rauber@ebp.ch

PC
Peter Christen
peter.christen@ebp.ch

FRO
Franziska Roth
franziska.roth@ebp.ch

OBL
Oliver Blank
oliver.blank@ebp.ch

SSI
Simon Schegg
simon.schegg@ebp.ch