Projekt

Automatisierte Fahrzeuge im Alltag: Städte und Agglomerationen

Automatisierte Fahrzeuge haben das Potenzial, unsere Mobilität grundlegend zu verändern. Wie sich das auf unser Mobilitätsverhalten, das gesamte Verkehrsgeschehen, die Raumentwicklung oder den Infrastrukturbedarf auswirkt, haben wir in Zusammenarbeit mit dem BaslerFonds und zahlreichen Partnern in einer Studie erörtert. In einer Vertiefungsstudie hat EBP nun untersucht, welche Wirkungen der Einsatz automatisierter Fahrzeuge in Städten und Agglomerationen entfaltet.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis selbstfahrende Autos auf unseren Strassen unterwegs sein werden. Welche Folgen hat dies für Städte und Agglomerationen? Welche Chancen können sie nutzen, auf welche Herausforderungen müssen sie reagieren? Und welche Handlungsoptionen haben die Städte und Gemeinden?

Wirkungen in Städten und Agglomerationen

Die Studie untersucht räumlich differenziert die Folgen des automatisierten Fahrens für urbane Räume und verschiedene Verkehrsarten. Die nachfolgende Abbildung zeigt, welche Mobilitätsräume von Veränderungen in den einzelnen Verkehrsarten besonders betroffen sein dürften.

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Um den Stadtverkehr langfristig positiv zu verändern, gilt es, die Vorteile des automatisierten Fahrens konsequent zur Stärkung des kollektiven Verkehrs zu nutzen. Hingegen führt das automatisierte Fahren auch zu einer relativen Attraktivitätssteigerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV). Die Studie erwartet dadurch negative Folgen für die Städte. Besonders kritisch sind der erwartete Mehrverkehr und eine mögliche Beeinträchtigung des Fuss- und Veloverkehrs. Zudem beeinflusst ein stärkerer MIV die Gestaltung der öffentlichen Räume. Eine grosse Chance besteht jedoch in den Effizienzsteigerungen beim MIV. Hierdurch werden Flächen frei, beispielsweise Parkplätze. Diese könnten Städte und Gemeinden künftig zugunsten des Fuss- und Veloverkehrs nutzen.

Auswirkungen auf die grossräumige Siedlungsstruktur

Ländliche Räume dürften durch die bessere Erreichbarkeit mit dem MIV am meisten profitieren. Aufgrund dieser relativen Attraktivitätsverschiebung ist damit zu rechnen, dass die Tendenz zur Zersiedlung im ländlichen Raum anhält bzw. sich noch verstärkt. Andererseits ist aber auch zu erwarten, dass Effizienzgewinne im ÖV und neue Angebotsformen im öffentlichen Individualverkehr (ÖIV) die Attraktivität städtischer Räume erhöhen und bestehende Urbanisierungstendenzen weiter verstärken können. Für die raumstrukturellen Wirkungen wird das Zusammenspiel bzw. die Konkurrenz zwischen MIV und kollektivem Verkehr (ÖV, ÖIV) bedeutsam sein. Inwieweit sich dabei die grossräumige Raumstruktur verändert, wird massgeblich davon abhängen, wie und ob das automatisierte Fahren reguliert wird und Verkehrs- und Raumplanung aufeinander abgestimmt sind.

Handlungsoptionen

Die Herausforderung für Städte ist und bleibt es, einen siedlungs- und umweltverträglichen Verkehr zu gestalten. Handlungsoptionen zum Einsatz automatisierter Fahrzeuge sind deshalb in eine verkehrs-, raum- und städteplanerische Gesamtbetrachtung einzubetten. Es gilt, sich Gedanken darüber zu machen, wie automatisiertes Fahren zur erwünschten stadtverträglichen Mobilität beitragen kann. Die Studie formuliert zu diesem Zweck zehn strategische Stossrichtungen mit möglichen Massnahmen für Städte.

Vertiefungsstudien als Teil eines Gesamtpakets

Das Projekt war Teil einer umfassenden Studie zum Einsatz automatisierter Fahrzeuge im Alltag. In ihrem Rahmen entstand eine Grundlagenanalyse sowie weitere Vertiefungsstudien zu den Themen:


Ergebnis aller Studien

Die Folgerungen aus den Studien haben wir in einer Synthese zusammengefasst: Einsatz automatisierter Fahrzeuge im Alltag - Denkbare Anwendungen und Effekte in der Schweiz, Synthese vom 5. September 2018