Projekt

Elektrobus- und Verteilnetz-Strategie für die Bergregion

EBP unterstützte einen regionalen Busbetrieb bei der Umstellung seiner gesamten Busflotte auf Elektro- und emissionsarme Busse. Wir planten die schrittweise Beschaffung der Fahrzeuge bis 2035 und stimmten die Einführung der Ladeinfrastruktur mit dem lokalen Energieversorger ab.

Elektrobusse werden in naher Zukunft vielerorts eingeführt, da sie geringere CO2- und Schadstoffemissionen sowie weniger Lärm verursachen. Zudem sind sie energieeffizienter. In ländlichen, touristischen Bergregionen ist eine Einführung, verglichen mit Städten, jedoch durch zusätzliche Herausforderungen erschwert:

  • Buslinien müssen mehr und grössere Steigungen überwinden
  • Im Winter verursachen Kälte und Schnee erheblich höhere Energieverbräuche für Heizung und Antrieb
  • Der saisonale Tourismus erzeugt starke Nachfrageschwankungen im öffentlichen Verkehr
  • Die Ladeinfrastruktur auf der Strecke (Opportunity Charging) verteilt sich auf die Gebiete verschiedener Energieversorgungsunternehmen

Ein Busbetrieb in der Bergregion stellt sich diesen Herausforderungen und will seine Busflotte zukunftsorientiert planen. Gleichzeitig begleitet der lokale Energieversorger und Verteilnetzbetreiber diesen Prozess.

Analyse der möglichen Flotte und Ladeinfrastruktur

Um einzuschätzen, ob und wie der komplexe Busbetrieb umgestellt werden kann, führte EBP zunächst eine Flotten- und Streckennetzanalyse durch. Dabei entwickelten wir Flottenszenarien für verschiedene Klimatisierungslösungen und mögliche Standorte für Ladehaltestellen. Wir bestimmten die nötige Flottengrösse und -zusammensetzung, nötige Batteriegrössen sowie nötige Ladeinfrastruktur entlang der Strecke. Parallel entwickelte EBP gemeinsam mit dem Paul Scherrer Institut eine Lebenszyklusanalyse (LCA) für ÖV-Busse, um die Umwelteinflüsse von verschiedenen Antriebsarten (Batterie, Wasserstoff, Hybrid und Diesel) zu vergleichen.

Zielszenario für Flotte und Anschaffung der Ladeinfrastruktur

Gemeinsam mit dem Busbetrieb und Energieversorger bewerteten wir die Szenarien auf Basis ihrer Gesamtkosten, Umwelteinflüsse und praktischen Umsetzbarkeit. Basierend auf dieser Bewertung bestimmten wir ein Zielszenario für die Busflotte und die Ladeinfrastruktur.

Grossen Wert legten die Auftraggeber darauf, die technischen Auswirkungen zu berücksichtigen, die beim Aufladen der Busse auf das Verteilnetz entstehen. Zudem sollte erörtert werden, welche Rollen die Energieversorgungsunternehmen bei der Installation, dem Betrieb und der Wartung der Ladeinfrastruktur übernehmen können.

Mit dem Zielszenario im Blick erstellten wir einen entsprechenden Beschaffungsplan für die Busflotte und Ladeinfrastruktur bis zum Jahr 2035 und vereinten alle Projektresultate zu einer schlüssigen Elektrobus- und Verteilnetz-Strategie für die Bergregion.