Projekt

NISTRA-Bewertung des sechsspurigen Ausbaus Winterthur-Töss bis -Ost, Generelles Projekt

Um Engpässe auf dem Streckenabschnitt Winterthur-Töss bis Winterthur-Ost zu beseitigen, arbeitet das Bundesamt für Strassen derzeit ein Generelles Projekt aus. EBP bewertet mit dem Verfahren NISTRA die Abschnittsvarianten und die Bestvariante des Gesamtprojektes.

Ausbau auf sechs Spuren zwischen Winterthur-Töss und Winterthur-Ost

Die N01 ist die Hauptverbindungsstrasse zwischen Zürich / der Zentralschweiz und der Nordostschweiz. Aufgrund einer erwarteten Verkehrszunahme ist damit zu rechnen, dass sich der bereits bestehende Engpass im Raum Winterthur weiter verschlechtert. Für die Umfahrung Winterthur erarbeitet das ASTRA derzeit das Generelle Projekt (GP). Es beinhaltet die Erweiterung der N01 zwischen Winterthur-Töss und Winterthur-Ost auf durchgehend drei Fahrspuren in jede Richtung. Im Bereich des Anschluss Wülflingen bis zur Verzweigung Winterthur-Nord soll es sogar je vier Spuren geben (plus Pannenstreifen). Dies bedeutet jeweils einen zusätzlichen Fahrstreifen und die Verlegung des Pannenstreifens pro Fahrtrichtung.

NISTRA-Bewertung

Das GP beinhaltet neben einer vorgängigen Kosten-Wirksamkeits-Analyse (KWA) auch eine Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) für die Projektvarianten. Das ASTRA setzt dafür sein Bewertungsverfahren NISTRA ein – eine erweiterte KNA.

Als Entscheidungsgrundlage erarbeitete EBP in einem ersten Schritt eine NISTRA-Bewertung, um die Varianten der Abschnitte «Töss» bzw. «Wülflingen» zu vergleichen. Zudem bewerteten wir das Gesamtprojekt über den ganzen Perimeter. Sobald die Bestvariante ausgearbeitet ist, werden wir eine weitere abschliessende NISTRA-Bewertung erarbeiten.

Die Bewertungen erfolgen auf den fachlichen Grundlagen des GP. Dies betrifft vor allem die Investitionsausgaben, die verkehrlichen Grundlagen und die Informationen zu den Umwelt- und Lärmindikatoren.

Eine methodische Herausforderung bestand darin, den Nutzen von Vollüberdeckungen zu bewerten. Sie erhöhen die Wohnqualität, zum einen, weil sie Lärm reduzieren, zum anderen, weil bei entsprechender Gestaltung auch Räume mit erhöhter Aufenthaltsqualität entstehen. Dieser gesellschaftliche Nutzen zeigt sich zumindest teilweise in höheren Landpreisen. Wir konnten diesen Nutzen monetär beziffern und in der erweiterten Kosten-Nutzen-Analyse (NISTRA) berücksichtigen.

Variantenvergleich der Abschnitte Wülflingen und Töss

Mit NISTRA haben wir fünf Varianten im Abschnitt Wülflingen und sechs Varianten im Abschnitt Töss bewertet und die Ergebnisse gegenübergestellt. Sie enthielten die monetäre Bewertung sowie Bewertungen zu weiteren Indikatoren aus dem Bereich Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Auf dieser Basis gaben wir die Empfehlung für je eine Variante ab.

Die Bewertungsergebnisse gaben uns zudem Anlass, eine Lösung, die im Rahmen der KWA bereits ausgeschieden war, erneut zu prüfen. Auch dank unserer NISTRA-Bewertung ist diese wirksame und wirtschaftliche Massnahme nun zumindest anteilig Teil der gewählten Bestvariante.  

Bewertung des Gesamtprojektes

Nachdem sich die Bauherrschaft für eine Bestvariante entschieden hat, erfolgt aktuell die Ausarbeitung des Gesamtprojektes, welches wir dann auch mit NISTRA bewerten werden. Die Vorabresultate deuten darauf hin, dass dieses Engpassprojekt – im Vergleich zu ähnlichen Projekten – eine hohe Gesamtwirtschaftlichkeit erreichen kann.