Projekt

Tunnel Göschenen – Tujetsch / Disentis

Die obere Surselva will mit einer verbesserten Erreichbarkeit eine wirtschaftliche Kehrtwende erreichen. Wir zeigten mögliche Lösungsvarianten für Strassen- oder Bahntunnel zwischen Sedrun und Göschenen sowie deren wirtschaftliches Potenzial für die Region auf.

Die Zweckmässigkeitsstudie ermittelte mögliche Varianten für einen Strassen- oder Bahntunnel zwischen Sedrun und Göschenen und deren Realisierungsmöglichkeiten. Unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Region wird das ökonomische Potenzial eines Tunnels aufgezeigt. Dabei bleibt der Verkehrsträger (Schiene oder Strasse) zu Beginn offen und soll im Verlaufe der Studie evaluiert werden.

Bedürfnisse der Region

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben im Rahmen der Agenda 2030 verschieden strategische Stossrichtungen für ihre Region formuliert. Dazu gehören „Tourismus revitalisieren“, „Wohnstandort sowie alternative Dienstleistungen und exportorientierte Gewerbeaktivitäten entwickeln“, „Leistungsfähige und effiziente Versorgung weiterentwickeln“ und

„Verkehr optimieren“

Ein Tunnel Göschenen – Tujetsch / Disentis/Mustér stellt an sich kein zentrales Element für die künftige Strategie dar. Ein solcher Tunnel Richtung Westen und Norden kann aber zur Realisierung der Strategie beitragen.

11 machbare Varianten erarbeitet

Wir erarbeiteten 11 Tunnelvarianten von Göschenen nach Tujetsch / Disentis/Mustér, welche in einer ersten Einschätzung machbar sind. Wir ermittelten die notwendigen Investitionen und auch, in welchem Umfang sich die Erreichbarkeit der Orte verbesserte. Dabei stand insbesondere die Fahrzeit zu möglichen Arbeitsplatzzentren im Vordergrund.

Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und Standortattraktivität

Mit Verkehrsmodellen und regionalwirtschaftlichen Betrachtungen  wurde die zusätzliche Wertschöpfung in der Region ermittelt. Es zeigte sich, dass das Verhältnis aus zusätzlicher regionaler Wertschöpfung und Investitionsausgaben eines entsprechenden Tunnels gering ist. Damit muss ein solches Projekt vor allem auch in einen kantonalen und nationalen Kontext gestellt werden.

Kantonaler und nationaler Kontext

Die Zusammenstellung der kantonalen und nationalen Rahmenbedingungen zeigte, dass das Projekt auf Basis der heutigen Planungsgrundlagen keine kantonale oder nationale Priorität haben wird. So bräuchte ein solches Projekt vor allem eine politische Unterstützung im Kanton und auf nationaler Ebene, wozu ein sehr grosses Engagement der Promotoren notwendig sein wird, um diese Unterstützung zu erreichen.

Grobbeurteilung und Empfehlungen

Auf Basis einer Grobbeurteilung wurden Varianten für eine weitere Vertiefung empfohlen, wenn diese Vertiefung aus regionaler Sicht vorgenommen werden sollte.
Ein Vergleich mit anderen Neuen Verkehrsverbindungen des Kantons zeigt aber, dass die Regierung ähnliche Projekte als B-Projekte oder als C-Projekte eingestuft hat. Das heisst, dass diese Projekte vorläufig zurückgestellt oder nicht weiterverfolgt werden. Das Projekt entspricht auch nicht den Planungsgrundlagen der Bundesverwaltung und den darin formulierten Ausbauzielen (gemäss Einschätzung EBP)

Wir haben deshalb empfohlen, andere Projekte umzusetzen, die auch kurzfristig und insbesondere durch die Region selber realisierbar sind.