Projekt

Pavillon auf dem Novartis Campus

Auf dem Novartis Campus in Basel hat EBP im Rahmen des Projekts Square einen Park mit darunterliegendem multifunktionalem Keller geplant. Im Park sind zudem ein ca. 30 Meter mal 8 Meter grosser, verglaster Pavillon und ein elegantes Treppenhausdach eingebettet.

Der Pavillon dient einerseits dem vorübergehenden Aufenthalt von Personen und der Durchführung von Anlässen. Andererseits bildet er die Überdachung des zentralen Aufgangs aus dem Untergeschoss, welches zur Hauptsache eine Einstellhalle für Fahrräder und ausgewählte Fahrzeuge ist.

EBP plante den Pavillon, den multifunktionalen Keller und den Park als Generalplaner in einer Arbeitsgemeinschaft mit Stauffer Rösch Landschaftsarchitekten. Dabei war Stauffer Rösch für den Park und EBP für die Planung und das Baumanagement aller Bauwerke unter dem, resp. im Park verantwortlich. Als Design Landschaftsarchitekten sind Good Form Studio, Columbus, OH, für Park und Pavillon verantwortlich. Für die Architektur des multifunktionalen Kellers und des Treppenhausdachs zeichnet Marco Serra verantwortlich.

Pavillon aussen

Der Pavillon ist eine leichte, vollverglaste Stahlkonstruktion. Er wirkt als Witterungsschutz, ist aber unbeheizt. Der Stahlbau ist eine Rahmenkonstruktion mit sehr schlanken, nur dezent in Erscheinung tretenden Stützen. Die Glaswände sind geschuppt ausgebildet und können auf der Längsseite zusammengeschoben werden, so dass der Pavillon seitlich geöffnet werden kann. Es handelt sich um eine Eigenentwicklung von EBP nach den gestalterischen Vorgaben von Good Form Studio. Es galt beispielsweise herauszufinden, mit welchem Schuppungswinkel die Glasschiebewände ineinander gleiten können, um maximale Öffnungsgrössen zu erhalten. Der gleiche Winkel musste in der Ecke um einen bestimmten Radius «gedreht» werden, ohne dabei die Aussenmasse zu vergrössern. Die beiden Zugangstüren mit Fluchtweganforderung sollten sich zudem gestalterisch möglichst wenig von den Glasschiebewänden unterscheiden. Das Resultat des Entwicklungsprozesses sind einfache, solide Konstruktionen.

Eine Überhitzung des Pavillons wird verhindert, indem ständig Luft durch die offenen Fugen der Glaswände und des Dachs zirkulieren kann. Eine Gegenzug-Wintergartenmarkise auf dem Dach reduziert zudem die Sonneneinstrahlung und die Blendwirkung. Die ganze Technik wurde in den umlaufenden Dachrand und die Leitungsführung (Elektro und Wasser) in den Stahlbau integriert – jederzeit zugänglich und trotzdem unsichtbar.

Die Dachverglasung wurde mit einer für UV-Licht speziell durchlässigen SentryGlas®-Zwischenfolie hergestellt, damit das Wachstum der Kletterpflanzen im Innern des Pavillons nicht behindert wird.

Pavillon Treppe

Ein weiteres, funktional und gestalterisch wichtiges Element im Park ist der Treppenaufgang auf dessen Nordseite. Das Stahldach «wächst» vom Untergeschoss her aus der Treppenöffnung heraus. Es besteht aus zwei Stützen und einer ovalen Dachkonstruktion. Die an den Stützen angeschweissten Rippen drehen oben in die Horizontale und bilden so das Tragwerk des Dachs. Auch hier sind alle Elektrozuführungen und Dachwasserleitungen im Stahlbau wartungsfrei geführt. Als Dachhaut dienen hinterlüftete, sternförmig angeordnete Titanzinkbleche.

Sowohl Pavillon als auch Treppenhausdach bestechen durch ihre schlichte Eleganz. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Umsetzung der hohen gestalterischen und funktionalen Ansprüche war die interdisziplinäre Arbeitsweise des Planungsteams, bestehend aus Fachleuten aus dem Bereich Fassadenengineering, Bauingenieurwesen, Elektro- und Sanitärplanung.

Bildquelle: ADRIANO A. BIONDO - www.biondopictures.com