Projekt

Architekturpreis Beton für EBP Bürogebäude in Berlin

Das Bürogebäude von EBP am Hamburger Bahnhof in Berlin ist neben sieben weiteren Projekten unter insgesamt 170 Einreichungen im Rahmen der Vergabe des Architekturpreises Beton 2017 mit einer Anerkennung ausgezeichnet worden. Den Preis haben die Architekten von Miller & Maranta und Thomas Espinosa von EBP Schweiz (Tragwerksplanung) stellvertretend für alle Beteiligten entgegengenommen.

Bereits zum 20. Mal wurden im Herbst 2017 die besten Betonbauten in Deutschland ausgezeichnet. Ausgelobt durch das InformationsZentrum Beton in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten BDA, würdigt der Preis herausragende Leistungen der Architektur und Ingenieurbaukunst, deren Qualität von den gestalterischen, konstruktiven und technologischen Möglichkeiten des Baustoffs Beton geprägt ist. Das Bürogebäude von EBP am Hamburger Bahnhof in Berlin ist neben sieben weiteren Projekten unter insgesamt 170 Einreichungen im Rahmen der Vergabe des Architekturpreises Beton 2017 mit einer Anerkennung ausgezeichnet worden.

Die Begründung der Jury

Die Schweizer Architekten Miller & Maranta haben an einer städtebaulich schwierigen Stelle am Spandauer Kanal in Berlin-Mitte ein prägnantes Büro- und Galeriehaus entworfen. Das Innere gliedert ein mittiger Treppenraum, der sich auf alle Geschosse öffnet und als Kommunikationszone fungiert. An den Treppenraum schließen sich verästelte Wandscheiben an, die die üblichen Nebenräume aufnehmen. Die Tragstruktur des Gebäudes ermöglicht eine Vielfalt von Nutzungen, so dass Bürolandschaften, Kombibüros oder Einzelräume angeboten werden können.

Das Äußere besticht durch besondere Raffinesse, denn die Architekten haben ihm ortsspezifische Eigenheiten zugeordnet: Der langgestreckte Baukörper entwickelt sich mit unterschiedlich reliefierten Längsseiten, die zwischen der Berliner Kunsthalle und den ehemaligen Eisenbahnanlagen vermitteln. Die bahnseitige Fassade erscheint mit feinen Vertikalen und starker horizontaler Orientierung elegant, die repräsentative Wasserseite wirkt mit ihrer Erdgeschossarkade und massiveren Vertikalen statisch und monumental.

Die Betonfassade ist als fugenloses Pfosten-Riegel-Gitter entwickelt und der eigentlichen Gebäudehülle vorgelagert, mit der sie aus energetischen und statischen Gründen nur an wenigen Punkten verbunden ist. So ist eine monolithische, selbsttragende dreidimensionale Struktur entstanden, die den Bau zu einem Musterbeispiel für die hohe Qualität Schweizer Betonbaukunst werden lässt.

Publikation zur Preisverleihung Beton 2017

Zur Preisverleihung ist im Wasmuth Verlag ein Buch erschienen. Die Publikation «Beton» dokumentiert ausführlich die Bauten der vier Preisträger und die vier Anerkennungen des Architekturpreis Beton 2017 und stellt kurz die Projekte der engeren Wahl in Bildern vor.

Beispielhafte Zusammenarbeit aller Beteiligten

In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich die Planung und der Bau einer solchen Skulptur vom gewöhnlichen Rohbau. Da der Beton nicht nur statischen Gesichtspunkten genügen muss, präsentiert sich der Werkstoff Beton als äusserst komplex. Ohne das Fachwissen, die Handwerkskunst und Erfahrung aller am Bau beteiligten ist die überzeugende Umsetzung eines solchen Baus nicht möglich. Aus diesem Grund wurde bereits früh im Projekt ein Sichtbetonteam bestehend aus Betontechnologen, Bauingenieuren, Architekten, Baumeistern, Schalungsplanern, Bauleitern und Betonlieferanten zusammengestellt. Alle Fachdisziplinen mussten im Detail ineinandergreifen und sich bereits an der Planung beteiligen. Die Fassade besteht aus vielen Etappen die vor Ort mit dem übrigen Rohbau geschalt und betoniert werden und verbleibt unbehandelt. Fehler bleiben buchstäblich in Stein gegossen. Aus diesem Grund wurden die Randbedingungen vor Ort an einem 1:1 Muster nachgebildet und vor dem eigentlichen Bau getestet. Dies lieferte wichtige Erfahrungswerte in der Detailausbildung der Bewehrung, der Schalung und Art der Einbringung.

Entscheidend für das gute Gelingen und das überzeugende Endergebnis war nicht zuletzt die beispielhafte Zusammenarbeit aller Beteiligten mit der spürbaren Freude an etwas Besonderem arbeiten zu dürfen.